#8 | Elfi Hübner

Ort: Kulmbacher Straße 1, 95213 Münchberg

Elfi Hübner – Begegnungen

Während meiner Ausbildung zur Schriftenmalerin und Dekorateurin im Kaufhof in Hof lernte ich mit Alfred Richter und Hans Seemann zwei damals schon bekannte Künstler kennen. Unter ihrer Anleitung startete ich meine ersten Malversuche. Bis 1977 arbeitete ich angestellt in meinen Berufen.

Mit dem Jahr 1978 wurde  ich selbständig. Ein Höhepunkt in meiner Laufbahn war die Ausgestaltung der Festhalle zum 100jährigen Jubiläum der Brauerei Maisel 1987. Dabei half mir ein Schüler der FOS Bayreuth, der bei mir zwei Praktika absolviert hatte und nun seine Wehrpflicht erfüllte: Stefan Nützel.

Nach seinem Kunststudium in Nürnberg zog es ihn nach Wien, wo er mittlerweilen von seiner Kunst lebt. Er veranstaltet Seminare verschiedenster Maldisziplinen. So nahm ich 2010 bei einem Portraitkurs beim ihm auf Schloss Goldegg in Österreich teil.

Anfang der 1990er Jahre musste ich aus gesundheitlichen Gründen meine Berufstätigkeit sehr reduzieren. Die dadurch entstandene „Freizeit“ nutzte ich zum Verwirklichen meiner lang gehegten Malwünsche. Schnell kam ich in Kontakt mit anderen Künstlern in der Region. Aus den Kontakten ergaben sich die Möglichkeiten eigene Werke auszustellen. In der Burggalerie Waischenfeld nutzte ich die Gelegenheit mit Künstlern in Verbindung zu treten. So begegnete ich im Jahr 1998 Norbert Maria Gregor aus Stockdorf bei München. Zufällig brachte er gerade seine Skulpuren in die Burggalerie als wir beim Abhängen waren. Sofort ging er auf meinen Sandsteinelefanten zu und fragt laut, wer wohl dei Skulptur gefertigt hätte. Nachdem ich mich als die Urheberin zu erkennen gab, umarmte er mich und lobte meine Arbeit  Er war regelrecht begeistert und meinte, nach dem er meine Bilder betrachtet hatte, dass ich auf dem richtigen Weg sei.  Mit dem bekannten Bildhauer und Maler eintstand eine intensive Seelenverwandtschaft, die mit seinem Tod im Februar 2000 ein Ende fand. 

Bereits im Jahr 1993 lernte ich auf Malta den chinesischen Künstler Xia Dewu kennen. Er lebte für ein Jahr auf Malta und unterrichtete an der dortigen Kunstakademie. In Malta kam sein Sohn als zweites Kind zur Welt. So konnte er der chin. Einkindpolitik ausweichen, da die im Ausland geborenen Kinder nicht davon betroffen waren. 

Beeindruckend waren seine Bilder, die er in einem großen Hotel in St. Juliens ausstellte. Eine Einladung zur abendlichen Teezeremonie war eine große Ehre, die wir infolge Unkenntnis der Bedeutung gar nicht erfassten. Wir standen noch geraume Zeit in Kontakt mit ihm. Mit Ende seines Aufenthaltes auf Malta riss die Verbindung ab

Im  Kunstforum Burg Waischenfeld war für das Jahr 1999 die Ausstellung eines marokkanischen Künstlers als Höhepunkt geplant. Im Frühjahr musste dieser aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Nun war die Suche nach einem Ersatz angesagt. Bereits eine Woche nach der Absage klingelte bei mir das Telefon. Am anderen Ende meldete sich Xia Dewu und fragte ob wir ihn noch kennen würden. Nach einem freudigen Ja erklärte er, dass er als Vertreter seines Landes an einer Milleniumsausstellung in Amsterdam teilnehmen würde. Er wolle die Gelegenheit nützen uns zu besuchen und außerdem etwas von Europa zu sehen. Bei dieser Gelegenheit fragte ich ihn, ob er sich vorstellen könne einige seiner Werke auf der Burg Waischenfeld auszustellen. Mit seiner Zusage begann  sich der Kontakt über E-mails zu vertiefen. Alle Formalitäten wurden erledigt und so warteten wir auf ein Wiedersehen. 

Im Juli 1999 organisierte ich die Ausstellung des chinesischen Künstlers auf der Burg. Bei der Vernissage begegnete Xia Dewu Norbert Maria Gregor. Dieser war von der Verbindung zwischen den Kulturen von Europa und Asien förmlich begeistert. Ich empfand es als Ereignis von außergewöhlichen Bedeutung, dass auf der kleinen Burggalerie so große Kunst gezeigt werden konnte.

Nach einer Woche Rundreise durch Frankreich und Italien lebte Xia Dewu noch drei Wochen bei uns. Nachdem er meine Bilder betrachtet hatte, fragte er, ob ich diese in China ausstellen wolle. Natürlich war ich begeistert von dieser Idee, glaubte jedoch, dass sie nicht verwirklicht werden würde. Doch es klappte. So stiegen wir am 15. April 2001 in den Flieger. In China wurden wir herzlich aufgenommen und lebten bei Xia in der Familie. Das, was wir in China erlebten zu beschreiben würde ein  Buch füllen. 

Am 21. April war dann die Ausstellungseröffnung in der Schule der Zentralen Kunstakademie Peking. Davon informiert wurde u.a. die Deutsche Botschaft und Siemens, die jeweils einen Vertreter sandten. Erstaunlich war das Interesse der gelandenen Gäste, drei meiner Werke kauften.

Nach Besuchen bei der Terracottaarmee in Xian und in der ehemaligen deutschen Koloniehauptstadt Qingdao (Tsing Dao) flogen wir am 9, Mai wieder heim. Auf der Rückfahrt vom Flughafen Frankfurt nach Bayreuth hörten wir in den Nachrichten, dass ein Mädchen namens Peggy aus Lichtenberg vermisst wird ….

Im August 2008 besuchte ich China zum zweiten Mal. Xia Dewu war zwischenzeitlich Professor an der Zentralen Kunstakademie Peking. Durch seinen Kontakt zum ehemaligen Direktor dieser Akademie, den  damals berühmtesten (noch lebenden) Künstler Hou Yimin,  durften wir dessen private Galerie besichtigen, wo insbesondere die Portraits beeindruckten.

Besonders inspirierend war der Besuch im „Künstlerdorf 798″ in Peking. In der ehemaligen Industrieanlage stellten vor allem junge Künstler ihre Werke aus. 

Motivation und Umsetzung

Ich würde mich als eine Impressionistin bezeichnen. 

Eindrücke, die mich besonders berühren, wecken in mir das Bedürfnis diese sichtbar zu machen –  Personen, Landschaften, Szenerien oder Erlebnisse.  Die Eindrücke setze ich nicht immer spontan um. Ich brauche etwas Zeit diese gedanklich zu verarbeiteten und mir den Ablauf, die Technik und das zu verwendende Material „zurechtzudenken“. Es kann schon manchmal ein Jahr dauern, bis ein Bild im Kopf „fertig“ist. Die Farben spielen dabei für mich die wichtige Rolle. Dazu brauche ich gute Lichtverhältnisse. In der dunklen Jahreszeit fehlt mir deshalb der nötige Antrieb. 

Habe ich erstmal mit einem Bild begonnen, male ich zügig ohne Unterbrechung bis das Bild fertig ist.

Insbesondere die Eindrücke, die ich auf meinen Reisen gewonnen habe, motivieren mich zum Stift zu greifen. In meinen Reisetagebüchern finden sich davon viele Skizzen. 

Vita

Ausbildung zur Schriftenmalerin und Dekorateurin. 

Künstlerische Fortbildungen in Form  von Malkursen bei Stefan Nützel (Portrait), Gerhard Almbauer (Lanschaft) und Guillerme von Plocki (experimentelles  Aquarell).

Teilnahme an Symposien u. a. in Nidda/Litauen und Casabermeja/Spanien.

Zahlreiche Ausstellungen in der fränkischen Region und im Ausland mit dem Höepunkt in der Schule der Zentralen Kunstakademie Peking/China.

Mitglied bei Focus Europa e.V. und bei den Oberfränkischen Malertagen e.V.

Kontakt:  Elfi Hübner, 95448 Bayreuth, Carl-Maria-von-Weber-Str. 16, Tel. 0921 82808,    

E-Mail: huebner.lecaveau@t-online.de